Großer Bösenstein
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Königstour in den Rottenmanner Tauern: Große Bösenstein-Runde (2.448 m)Ein hochalpines Meisterwerk für bergerfahrene FamilienWer glaubt, die Rottenmanner Tauern seien nur etwas für ausgewachsene Bergfexe,...
Königstour in den Rottenmanner Tauern: Große Bösenstein-Runde (2.448 m)
Ein hochalpines Meisterwerk für bergerfahrene Familien
Wer glaubt, die Rottenmanner Tauern seien nur etwas für ausgewachsene Bergfexe, wird auf dieser imposanten Runde eines Besseren belehrt. Die Große Bösenstein-Runde verbindet gleich mehrere markante Gipfel zu einer abwechslungsreichen hochalpinen Tour: über das Hauseck, auf den Großen Bösenstein, weiter zum Kleinen Bösenstein und schließlich zum Großen Hengst.
Mit spektakulären Tiefblicken, felsigen Graten, eindrucksvollen Bergseen und einem Panorama, das weit über die umliegende Bergwelt reicht, bietet die Runde echtes Hochgebirgsgefühl. Der Große Bösenstein ist mit 2.448 Metern nicht nur der Höhepunkt der Tour, sondern auch der höchste Gipfel der Rottenmanner Tauern.

1. Etappe: Über das Hauseck zum ersten Gipfel
Ausgangspunkt ist der Wanderparkplatz am Ende der Mautstraße unterhalb der Edelrautehütte auf rund 1.650 Metern. Die Edelrautehütte ist ein wichtiger Ausgangspunkt für zahlreiche Bergtouren rund um den Bösenstein.
Von hier führt der Weg zunächst Richtung Scheibelalm. Vor der Scheibelalmhütte geht es auf dem markierten Weg 944a weiter. An der entsprechenden Abzweigung folgt der Weg hinauf zum Hauseck (1.982 m).
Nach rund 1,5 Kilometern, etwa 50 Minuten Gehzeit und 324 bewältigten Höhenmetern ist der erste Gipfel erreicht. Das Hauseck bietet bereits einen eindrucksvollen Vorgeschmack auf die hochalpine Landschaft, die noch bevorsteht.
2. Etappe: Durch den Teufelskessel zum Großen Bösenstein
Vom Hauseck führt die Route weiter in Richtung Großer Bösenstein. Auf etwa 2.100 Metern wartet mit dem Teufelskessel ein besonders eindrucksvoller Abschnitt der Tour. Durch das alpine Gelände führt der Weg über den Teufelssteig weiter in Richtung Ochsenkar.
Hier verändert sich der Charakter der Wanderung spürbar: Aus der Bergwanderung wird eine alpine Unternehmung, bei der Trittsicherheit, Konzentration und Erfahrung gefragt sind.
Vom Ochsenkar geht es schließlich über den felsigen Südwestgrat dem Gipfel entgegen. Blockiges Gelände und steilere Passagen sorgen für abwechslungsreiche Kraxelstellen, bevor sich der Blick immer weiter öffnet.
Dann ist der große Moment gekommen:
2.448 Meter – der Große Bösenstein ist erreicht.
Als höchster Gipfel der Rottenmanner Tauern belohnt er den Aufstieg mit einem beeindruckenden Rundumblick. Die umliegenden Gipfel, die Scheibelseen und die weitläufige Landschaft der Niederen Tauern machen den Gipfelaufenthalt zu einem besonderen Erlebnis.
3. Etappe: Über den Kleinen Bösenstein
Nach dem Gipfelsieg geht es weiter in Richtung Kleiner Bösenstein (2.395 m). Über die Elendscharte und den Langmannweg führt die Route zum nächsten Gipfel.
Der Kleine Bösenstein präsentiert sich dabei ganz anders als sein großer Bruder: Statt eines klassischen Gipfelkreuzes markieren zwei markante Steinmänner den Gipfelbereich.
Doch auch hier ist die Aussicht beeindruckend. Der Blick zurück auf den Großen Bösenstein macht deutlich, welche alpine Landschaft bereits durchquert wurde.
4. Etappe: Über den Großen Hengst zurück zum Ausgangspunkt
Vom Kleinen Bösenstein führt die Überschreitung weiter in Richtung Großer Hengst (2.159 m). Über den teilweise steinigen Weg geht es durch die abwechslungsreiche Berglandschaft weiter zum letzten Gipfel der Runde.
Der Große Hengst bildet einen würdigen Abschluss der Gipfelüberschreitung und eröffnet nochmals einen schönen Blick zurück auf das Bösensteinmassiv.
Anschließend beginnt der finale Abstieg über den Weg 902 zurück zum Ausgangspunkt bei der Edelrautehütte. Der Große Hengst wird von der Edelrautehütte mit rund 1:15 Stunden Gehzeit angegeben.
Schuhwerk: Feste Wanderschuhe mit griffiger Profilsohle (im steilen/felsigen Gelände knöchelhoch).
Bekleidung: Zwiebelprinzip! Atmungsaktive Schichten sowie Wind- und Regenschutz gehören immer in den Rucksack.
Sicherheit: Erste-Hilfe-Set, Rettungsdecke, voll aufgeladenes Handy und Sonnenschutz.
Verpflegung: Ausreichend Wasser (besonders auf Gratweg-Touren!) und energiespendende Jause.
Navigation: Offline-Karte (z. B. via bergfex-App) zur Orientierung bei Nebel oder Wetterumschwung.
Die Anreise erfolgt über die B114 – Triebener Tauernstraße – nach Hohentauern. Von dort führt die beschilderte Mautstraße hinauf zur Edelrautehütte. (10€ Mautgebühr)
Wanderparkplatz am Ende der Mautstraße
Wenn die Kleinsten ganz groß unterwegs sind
Eine besondere Facette dieser anspruchsvollen Bergtour zeigt ein außergewöhnliches Praxisbeispiel: Eine Familie mit drei sehr bergerfahrenen Kindern im Alter von 4, 7 und 8 Jahren nahm die gesamte Runde in Angriff.
Die jüngste Teilnehmerin, gerade einmal 4,5 Jahre alt, bewältigte die komplette Strecke von 8,82 Kilometern und rund 940 Höhenmetern selbstständig auf ihren eigenen Beinen.
Mit einer reinen Gehzeit von 4 Stunden und 51 Minuten wurde die anspruchsvolle Runde damit auch für die jungen Bergsteiger zu einem außergewöhnlichen Gipfelerlebnis. Ausreichende Pausen, ein an die Kinder angepasstes Tempo und die notwendige Sicherung an ausgesetzten Stellen machten aus der langen Bergtour ein gelungenes gemeinsames Abenteuer.
Besonders beeindruckend: Auch die beiden älteren Kinder im Alter von 7 und 8 Jahren bewältigten die Runde mit großer Bergerfahrung und Freude am Berg.
Dieses Beispiel zeigt eindrucksvoll, was junge Nachwuchs-Alpinisten mit entsprechender Erfahrung, Vorbereitung und Motivation leisten können.
Wichtig: Die Große Bösenstein-Runde ist keine klassische Familienwanderung. Alpine Schlüsselstellen, ausgesetzte Passagen, felsiges Gelände und anspruchsvollere Abschnitte erfordern Trittsicherheit, Schwindelfreiheit, Bergerfahrung und eine realistische Einschätzung der eigenen Fähigkeiten. Das Familienbeispiel ist daher ausdrücklich als individuelles Erlebnis einer sehr bergerfahrenen Familie zu verstehen.
Einkehr & Erfrischung
Nach der langen Gipfelrunde wartet die wohlverdiente Einkehr. Die Edelrautehütte liegt direkt am Ausgangspunkt der Tour und bietet sich für eine gemütliche Stärkung an. Auch die Scheibelalm liegt unmittelbar im Bereich des Ausgangspunktes. Die Edelrautehütte ist von der Mautstraße aus bequem erreichbar und ein zentraler Stützpunkt für Touren rund um den Bösenstein.
Für eine erfrischende Pause bietet sich zudem der nahegelegene Große Scheibelsee an. Der Bereich rund um die Scheibelseen zählt zu den landschaftlichen Besonderheiten der Bösensteinregion.
Eine Königstour für alle, die den Berg nicht nur besteigen, sondern wirklich erleben möchten.
Euer murtal_graxler
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