Von Seubtendorf zur Kiebitzenburg
Seubtendorf wird 1354 als Sybotendorf erstmals genannt und auf den Personennamen Sigiboto zurückgeführt (H. Rosenkranz). Es liegt im Thüringer Schiefergebirge ganz nah östlich der A 9. Das Dorf hat etwa...
Seubtendorf wird 1354 als Sybotendorf erstmals genannt und auf den Personennamen Sigiboto zurückgeführt (H. Rosenkranz). Es liegt im Thüringer Schiefergebirge ganz nah östlich der A 9. Das Dorf hat etwa 200 Einwohner und liegt 526 m hoch. Es ist zu Tanna eingemeindet. Östlich von Seubtendorf erhebt sich der Rosenbühl (653 m) mit ausgedehnten Wäldern.
►►► Wir wandern vom Ortsrand bei der Kirche aus einem kleinen Hohlweg in östliche Richtung auf freie Flur und kommen vorüber an einen von hohen Erlen umkränzten Teich. An der gleich folgenden Wegegabel halten wir uns rechts und treten in den Wald ein. Etwa einen Kilometer schlängelt sich der ebene Weg durch den Wald, bis wir im spitzen Winkel rechts abbogen.
►►► In zehn Minuten erreichen wir an die Kiebitzenburg, ein kleines bäuerliches Anwesen, das zwischen Seubtendorf und Göttengrün liegt und zu Seubtendorf gehört. Im Jahr 1859 baute Adam Hofmann das Wohnhaus, die dazugehörenden Stallungen und eine Scheune ca. 1,5 km vom Dorf entfernt inmitten seiner Felder auf, nachdem in der Nacht vom 26./27. Februar 1859 sein Gut in Seubtendorf abgebrannt war. Er hatte es erst 5 Jahre zuvor für 2.400 Reichstaler gekauft. Die Polizei vermutete Brandstiftung, konnte aber keinen Täter ermitteln. Warum Hofmann den Platz außerhalb des Dorfes wählte, ist nicht bekannt. Vielleicht war die Nähe seiner Ländereien der Grund. Möglich ist auch, dass er auf den Resten einer Ansiedlung, die im 30-jährigen Krieg zerstört worden war, sein Anwesen erbaute. Es gab noch einen gut erhaltenen Keller, einen Brunnen und Reste von Grundmauern.
►►► Der Name Kiebitzenburg wurde am Todestag von Hofmann am 16. Mai 1909 in Schriften genannt und könnte von den am nahen Hetschenbach zahlreich brütenden Vögeln kommen. Der Grundaufbau blieb wie vor 150 Jahren bestehen. Das Zahnradgetriebe eines Göpelwerkes zum Antrieb der Dreschmaschine ist noch zu sehen. 1958 erhielt das Anwesen elektrisches Licht. Das Wasser musste aber noch aus dem Tiefbrunnen heraufgeholt werden. 1887 kaufte eine Tochter die Gebäude und Fluren. Alles wurde in weiblicher Linie vererbt, was zu einem ständigen Namenswechsel führte. Seit 1976 war Gertrud Geßner die Besitzerin. Diese verkaufte das Anwesen an die Eheleute Löschner aus Jena, die es jetzt noch besitzen.
►►► Wir folgen jetzt dem Fahrweg der erst durch Wald, später am Waldrand entlang führte. Rechts, auf freier Flur, erhebt sich der 604 m hohe Berg „Die Höhe". Wir erreichen die Strasse, die auf der rechten Seite von großen Bäumen begrenzt ist. Wir haben einen schönen Blick auf Seubtendorf und die Windkraftanlagen bei Schilbach. Auf dieser Straße schreiten wir hinab nach Seubtendorf, zu unserem Ausgangspunkt.
Dieter Kögler, Wanderungen der Volkssolidarität Oberland e.V.
Tak
Tak
Popularne wycieczki w okolicy
Nie przegap ofert i inspiracji na następne wakacje
Twój adres e-mail została dodana do listy mailingowej.