Von Schmieritz zu Fiedelmann und Bauernholz
Schmieritz liegt an der Nordabdeckung des Südostthüringer Schiefergebirges und im Übergang zur Orlasenke. Es hat ca. 410 Einwohner und liegt 410 m hoch. Es wurde 1319 erstmalig genannt, abgeleitet vom...
Schmieritz liegt an der Nordabdeckung des Südostthüringer Schiefergebirges und im Übergang zur Orlasenke. Es hat ca. 410 Einwohner und liegt 410 m hoch. Es wurde 1319 erstmalig genannt, abgeleitet vom Kurznamen „Smir“ (Quelle: Namensforscher Heinz Rosenkranz).
►►► Wir gehen von der Ortsmitte bergauf und wenden uns direkt am Ortsausgangsschild nach links in südöstliche Richtung. Wir gehen weiter hinauf zum Lerchenberg, der an seinen beiden Windrädern unschwer zu erkennen ist. Zwischen den Feldern laufen wir durch eine kleine Senke und treten kurz darauf in den Wald ein.
►►► Nach etwa 200 Metern biegen wir an einer Wegekreuzung nach rechts ab auf einen etwas verwachsenen, wenig begangenen Weg (alternativ auch nochmals 100 Meter weiter ebenfalls nach rechts möglich - besserer Weg). Beide Wege-Varianten führen uns zu einer Flur mit dem Namen "Wüstung Köthnitz".
Der Sage zufolge habe das Dorf Köthnitz einst kilometerweıt entfernt von seiner heutigen Stelle, nämlich im Flurteil "Wüstenkötnitz" südwestlich von Lemnitz, gestanden. Als sich aber nach dem 30-jährigen Krieg, entlassene Soldaten zusammenrotteten und dıe Gegend unsicher machten, flohen die Bewohner des alten Köthnitz mitsamt ihrer besten Habe und ihrem Vieh vor einem Haufen dieser Mordbrenner in die nahen Wälder. Als sie wiederkehrten war ihr Dorf von Grund auf zerstört. So siedelten die Köthnitzer nicht wieder dort, wo ihr Dorf gestanden hatte, sondern gründeten da, wo heute Köthnitz liegt, ein neues Dorf. Die verlassene Stätte aber heißt noch heute "Wüstenköthnitz" (auch Wüstung Köthnitz). Eine Urkunde aus dem Jahr 1460 nennt mit einem "Vorwerk in Wenigen-Köthnitz", welches damals in den Besitz von "Caspar und Marx von Hayn, Gebrüder zu Weltwitz« gelangte, eine später wohl eingegangene Siedlung in der südöstlichen Weltwitzer Ortsflur. An dieser Stelle trafen sich die Fluren von Traun, Schmieritz und Wüstenwetzdorf. Das Gros der in den Flurbüchern als "Cöthnitz" und "Burgstadt" bezeichneten ehemaligen Ortsflur kam später zu Weltwitz, aber auch das Rittergut Lemnitz erhielt Anteil daran. Alte Grundmauern sowie Reste eines Teichs sind noch zu erkennen. (Quelle: Alexander Blöthner, Sagenhafte Wanderungen im Saale-Orla-Raum)
►►► Wir treffen nun auf den gut ausgeschilderten Lutherweg, der in diesem Abschnitt von Auma kommend Richtung Neustadt an der Orla führt. Wir folgen diesem Weg etwa drei Kilometer. Unterwegs können wir eine Rast an der Waldschänke einlegen ("Jägerdreieck").
►►► Bald steigt der Weg leicht an und wir kommen auf der Höhe an einem inzwischen abgeholzten Waldstück vorbei, an dem ein größerer verbliebener Baumstumpf das Schild "Fiedelmann" trägt. Der Fiedelmann (502 m) hat seinen Namen von einem fahrenden Musikanten, dem Fiedler Franz. Dieser hatte in einem Dorf bei Schleiz beim Erntetanz munter aufgespielt und war auf den Tälern gewesen, als er an dieser Stelle Rast gemacht und eingeschlafen war. Da trat ein Räuber an den Schlafenden heran und schlug ihm den Schädel ein. Am nächsten Morgen fand man den Toten und erkannte Franz an seiner zersprungenen Fidel. Er wurde auf dem Friedhof des nächsten Dorfes beigesetzt. In die Rinde der Fichte, an der man den leeren Fidelsack fand, schnitt man das Sinnbild einer Fidel ein. (Quelle: Harry Wünscher, Sagen, Geschichten und Bilder aus dem Orlagau (1902).
►►► Der Lutherweg biegt nach etwa 200 Metern scharf nach rechts ab. Wir folgen ihm durch das "Große Bauernholz" weiter bis zu einer Wegekreuzung, an der eine Sitzgruppe neu entstanden ist, die den Namen "Lattenbank" trägt. Offensichtlich ein Hinweis auf die rustikale Bauweise.
►►► Nun verlassen wir den Lutherweg nach rechts und wenden uns damit wieder dem Ausgangspunkt unserer Wanderung zu. Nach etwa einem Kilometer biegen wir erneut nach rechts ab und treffen unterhalb des Lerchenberges auf den asphaltierten Fahrweg aus Richtung Köthnitz, der uns in wenigen Minuten wieder nach Schmieritz bringt.
Dieter Kögler, Wanderungen der Volkssolidarität
Tak
Tak
über Neustadt an der Orla Richtung Triptis - Triptiser Straße - Abzweig Weltwitz
Ortsmitte Schmieritz
Der Wanderweg ist mit Ausnahme des Abschnitts auf dem Lutherweg nicht ausgeschildert!
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