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Ingolstadt: Auf den Spuren der Revolution von 1918/19
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Ingolstadt: Auf den Spuren der Revolution von 1918/19

Odległość
10,7 km
Czas trwania
02:47 h
Ascent
172 hm
Poziom morza
366 - 388 m
Ścieżka do pobrania
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Ingolstadt: Auf den Spuren der Revolution von 1918/19
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10,68 km

Es geht am Hauptbahnhof los. Wir kommen aus dem Bahnhofsgebäude und gehen nach rechts über den Busbahnhof. Etwa 100 Meter hinter dem Busbahnhof biegt gegenüber der Kirche St. Anton rechts ein Kiesweg in...

Opis

Es geht am Hauptbahnhof los. Wir kommen aus dem Bahnhofsgebäude und gehen nach rechts über den Busbahnhof. Etwa 100 Meter hinter dem Busbahnhof biegt gegenüber der Kirche St. Anton rechts ein Kiesweg in einen Park – den Grünzug Schwarzer Weg – und durchquert diesen. Am anderen Ende kommen wir an die Kirche St. Markus und folgen dem Verlauf der breiten Münchner Straße, die hinter der großen Kreuzung Brückenkopf heißt, mit Über- und Unterführungen rechts am Turm Baur vorbei, bis kurz vor der Bushaltestelle Brückenkopf.

1. Am Brückenkopf fanden sich im April 1919 etwa 5000 Leute zu einer Versammlung der Mehrheits-SPD zusammen, die sich gegen die Münchner Räterepublik richtete. Ein Redner bezeichnete sie als „Münchner Saustall“.

Der Weg führt nach rechts in den Klenzepark, wo eindrucksvoll das Reduit Tilly steht.

2. Was schon der Turm Baur vermuten ließ, wird hier noch deutlicher: Ingolstadt war eine Festung. Bereits vor dem Dreißigjährigen Krieg zur Landesfestung ausgebaut, war die Stadt im ersten Weltkrieg das Rüstungszentrum Bayerns. Rüstungsarbeiter, Soldaten und Kriegsgefangene ließen die Einwohnerzahl im Laufe des Krieges von 25.000 auf mehr als das Doppelte steigen. Dieser rasante Bevölkerungszuwachs führte zu besonders großen Problemen mit der Lebensmittelversorgung. Als im Januar 1918 auch noch Sonntagsarbeit in den Rüstungsfabriken angeordnet wurde, kam es zu Streiks.

Wir halten uns am rechten Rand des Parks und bewegen uns geradeaus auf einen Brunnen und das Exerzierhaus zu.

3. In diesem flachen Sichtbacksteingebäude hielt Kurt Eisner auf einer Versammlung im Januar 1919 eine Rede, in der er sein metaphorisches Maschinengewehr zur Auflösung eines rechtsgerichteten Landtages folgender-
maßen beschrieb: „Ja, ich habe mir ein Maschinengewehr konstruiert, das hat die Eigentümlichkeit, dass es kein Blut vergießt und nur die Lügner trifft. Dieses Maschinengewehr heißt Volksabstimmung.“ Einige Tage später nahmen 8000 Menschen an einer Wahlkampfdemonstration der SPD teil und die Partei gewann die Wahl.
Nach der Ermordung Eisners hingen zwar die Fahnen auf Halbmast, Trauerdemonstrationen wurden allerdings wegen des hohen Konfliktpotenzials zunächst vom Arbeiter-, Soldaten- und Bauernrat verboten. Trotzdem kam es zu einer Spontandemonstration mit etwa 2000 Teilnehmern und eine Woche später zu einem offiziellen Trauerzug. Lokalzeitungen wurden elf Tage lang unter Vorzensur der Räte gestellt.

Der Weg verläuft um den Brunnen herum und an einem etwa einen Meter breiten Kanal auf eine Backsteinmauer zu. Wir gehen durch ein Tor in der Mauer und dann links auf der Donaulände am Reduit Tilly entlang. Auf der Konrad-Adenauer-Brücke überqueren wir die Donau. Die Donaustraße führt uns durch die Altstadt auf den Rathausplatz.

4. Im Mai 1918, also ein halbes Jahr vor der Novemberrevolution in München, brannte ein überbelegtes Arbeiterwohnhaus. Schnell sammelte sich eine schaulustige Menge. Ein Mann mit amputiertem Bein – wohl ein ehemaliger Soldat – beschwerte sich in der Menge lautstark über den „Schwindel von Krieg“ und die „Großkopferten“. Daraufhin wurde er von der Polizei festgenommen und die Donaustraße entlang zur Hauptwache im Rathaus gebracht. Hunderte solidarisierten sich mit dem Mann und zogen hinterher. Arbeiter der soeben beendeten Tagschicht kamen hinzu, sodass sich am Abend tausende aufgebrachte Menschen auf dem Rathausplatz befanden. Einige warfen Steine gegen die Fensterscheiben des Rathauses, weshalb die Tür verriegelt wurde. Es gelang den Leuten, die Tür aufzubrechen und das Rathaus zu stürmen. Weder Polizisten, noch Infanterie und berittene Soldaten konnten verhindern, dass Akten und Königsporträts aus den Fenstern geworfen und verbrannt wurden. Irgendwann stand das Rathaus in Flammen. Erst mit Gasbomben konnten die Aufständischen vertrieben werden.
Als Reaktion auf den Rathaussturm wurde der Ausnahmezustand verhängt und 97 Personen als Rädelsführer verhaftet; darunter 35 Frauen und Mädchen. Einige der Rathausstürmer wurden zu Haftstrafen von 15 Jahren ­ver­­urteilt.
Am 8. November 1918, dem Tag nach dem Umsturz in München, bildeten sich Soldaten- und Kasernenräte und ein Arbeiterrat. Die verschiedenen Räte schlossen sich bei einer gemeinsamen Besprechung im Rathaussaal zu einem Arbeiter- und Soldatenrat zusammen. Der Festungskommandant, die Offiziere, der Bürgermeister und die Beamten stimmten zu, mit den Räten zusammenzuarbeiten und durften im Dienst bleiben. Zumindest der Bürgermeister äußerte sich später zufrieden über die Zusammenarbeit. In den darauffolgenden Tagen wurde zusätzlich ein Bauernrat gewählt.
Um sich als Alternative zu den Räten zu inszenieren und deren Einfluss zu schwächen, wurde ein bürgerlicher Wohlfahrtsausschuss für Demobilisierung und Wohnungen gegründet. Als Reaktion auf diese Konkurrenz richteten die Räte eine Wohnungskommission ein, die sich mit der Regulierung der Mietpreise und der Beseitigung gesundheitsschädlicher Wohnverhältnisse ­befasste. Außerdem riefen sie eine Lebensmittel- und eine Sicherheits-
kommission ins Leben.

Unter dem Neuen Rathaus mit der hellgrauen Fassade hindurch gehen wir auf der Franziskanerstraße am Viktualienmarkt vorbei.

5. Ein Schlosser, der hier seine Werkstatt hatte, stellte das Brecheisen zur Verfügung, mit dem die Rathaustür beim Rathaussturm aufgebrochen wurde.

Wir schwenken nach links in die Mauthstraße, wieder nach links in die Ludwigstraße, an deren Ende man einen Blick in die Theresienstraße werfen kann. Alle drei Straßen gehören zu einer Fußgängerzone.

6. In die Theresienstraße flohen im Mai 1918 viele der Demonstranten vor den Gasbomben.

Wir biegen nach rechts in die Straße Am Stein. Es geht geradeaus, vorbei am Franziskanerkloster mit der ockerfarben gestrichenen Kirche und in die nächste Straße, die Adolph-Kolping-Straße rechts hinein. Nach weniger als 100 Metern steht auf der linken Straßenseite ein inzwischen luxussaniertes ­Brauereigebäude. Der Schäffbräukeller war Teil des Gebäudekomplexes, existiert jedoch nicht
mehr.

7. Als am 7. April 1919 in München die Räterepublik ausgerufen wurde, fand eine Versammlung der Mehrheits-SPD in der Halle des Schäffbräukellers statt. Dort wurde eine Resolution zugunsten der Regierung Hoffmann – also gegen die Räterepublik – verabschiedet. Am Tag darauf stimmten die Kasernenräte über ihre Haltung zur Räterepublik ab. Mit 26 Stimmen gegen die Räterepublik zu 24 dafür, war das Ergebnis nicht eindeutig genug. Also sollten am nächsten Tag alle Soldaten ihr Votum abgeben dürfen. Vorher verlangten allerdings 25 Mitglieder der KPD, in den Arbeiter-, Soldaten- und Bauernrat aufgenommen zu werden. Sieben von ihnen gelang dies. Aus Protest dagegen traten drei der Mehrheits-Sozialdemokraten von ihren Posten im Rat zurück. Nun war die MSPD die schwächste Kraft im Rat neben KPD und USPD und eine erneute Abstimmung fiel Einstimmig für die Räterepublik aus. Die Räterepublik wurde in Ingolstadt noch am Nachmittag des 8. April ausgerufen.
Als erste Maßnahme der Räterepublik sollte der Festungskommandant durch drei Sozialisten ersetzt werden. Dieser weigerte sich und befahl, ungefähr 150 räterepublikanische Soldaten festzunehmen und mehrere Stadtteile zu besetzen. Das Bürgertum bewaffnete sich noch am gleichen Tag vorgeblich zur Unterstützung der „besonnenen Arbeiterschaft“, aber in Wirklichkeit wohl zur Verteidigung der eigenen Privilegien.

Wir wenden. Es geht die Adolph-Kolping-Straße zurück und geradeaus in die Gymnasiumstraße, welche eine lange Rechtskurve beschreibt. Am Ende der Straße geht ein Weg unter einem Haus hindurch. Wir biegen vorher nach links ab und gehen auf dem Oberen Graben bis wir rechts in die Jesuitenstraße abbiegen. In einer Befestigungsanlage aus dem 16. Jahrhundert, den Schwabenbräukasematten, befand sich ein Lokal, heute ein Club namens Eiskeller.

8. Hier fand am Tag der Ausrufung der Räterepublik eine Versammlung der USPD statt. Als Teilnehmer von möglichen konterrevolutionären Aktionen erfuhren, machten sich einige auf den Weg zur Kaserne und versuchten erfolglos die Soldaten von der Revolution zu überzeugen. Anschließend zogen sie weiter zur Wache des Schlosses. Das Wachpersonal schoss in die Menge und tötete drei Menschen. Sieben wurden verletzt und einige verhaftet. Trotzdem oder gerade deswegen wiederholten sich Kundgebungen vor der Wache.
Schon bald darauf wurde Ingolstadt von den Regierungstruppen eingenommen und zum Ausgangspunkt für den Marsch auf Südbayern. Allerdings meldeten sich nur wenige Ingolstädter zur Volkswehr und Mitte April forderte der Soldatenrat per Telegramm dazu auf, den Marsch auf München zu beenden. Ansonsten würde zum Generalstreik in ganz Bayern aufgerufen. Dieser Versuch, Massaker in der Landeshauptstadt zu verhindern, war erfolglos und über tausend Revolutionäre mussten in den Forts Prinz Karl und Hartmann außerhalb Ingolstadts ihre Haftstrafen absitzen.

Die Straße Auf der Schanz kann auf dem Zebrastreifen überquert werden. Dann geht es links weiter auf ein Tor in einer Festungsmauer mit der Aufschrift „Schutterhof“ zu. Vor diesem Tor schwenken wir nach rechts und biegen hinter der Festungsanlage links in das Wäldchen des Schutterparks. Hier verläuft der Weg am Wasser des Künettegrabens entlang, wo sich zahlreiche Wasservögel aufhalten und anschließend durch eine ellipsenförmige Unterführung zur Donau. Es geht zunächst asphaltiert, dann bald auf dem mit Kies belegten Treidelweg flussaufwärts. Nach etwa anderthalb Kilometern entfernt sich der Weg an einem Bach entlang etwas von der Donau. Der Bach wird überquert und wir gehen auf die Staustufe zu, wo wir die Donau überwinden und sich rechts ein Ausblick über den aufgestauten Fluss bietet. An der anderen Flussseite angekommen, wandern wir – dem Wegweiser in Richtung DAV-Kletterzentrum folgend –flussabwärts. Zirka einen Kilometer nach der Staustufe trifft der Uferweg auf einen anderen Weg. Hier steht ein winziges Häuschen mit Treppe zum Wasser. Jetzt biegen wir rechts in den Luitpoldpark und gehen links an Schrebergärten entlang. Wo der Kiesweg auf die asphaltierte Straße trifft, wird jene überquert und die Reuchlinstraße genommen bis zu einem gepflasterten Fußweg. In den biegen wir rechts ein und dahinter wieder links ab, um am Zebrastreifen bei der Tankstelle die Straße zu überqueren. und hinter der Bushaltestelle Eigenheimstraße in die Apianstraße einzubiegen. Wir gelangen wieder an die Münchner Straße, folgen dieser bis zur Kirche St. Anton und überqueren sie dort an der Fußgängerampel. Das letzte Wegstück verläuft auf der Bahnhofstraße zum Hauptbahnhof zurück.

Trasa
St. Anton
(367 m)
Miejsce kultu
0,3 km
St. Markus
(367 m)
Miejsce kultu
0,7 km
Diamantweg Zentrum der Karma Kagyü Linie
(367 m)
Miejsce kultu
3,1 km
St. Moritz
(373 m)
Miejsce kultu
3,6 km
Klosterkirche St. Johann im Gnadenthal
(373 m)
Miejsce kultu
4,0 km
St. Anton
(367 m)
Miejsce kultu
10,3 km
Trasa
Mapa
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Wędrówka
10,68 km
St. Anton
(367 m)
Miejsce kultu
0,3 km
St. Markus
(367 m)
Miejsce kultu
0,7 km
Brückenkopf
(368 m)
Sąsiedztwo
1,8 km
Diamantweg Zentrum der Karma Kagyü Linie
(367 m)
Miejsce kultu
3,1 km
Spitalkirche
(367 m)
Miejsce kultu
3,2 km
Ingolstadt
(374 m)
Miasto
3,3 km
St. Moritz
(373 m)
Miejsce kultu
3,6 km
Altstadt
(373 m)
Sąsiedztwo
3,9 km
Klosterkirche St. Johann im Gnadenthal
(373 m)
Miejsce kultu
4,0 km
Schutterberg
(374 m)
Korytarz/teren
5,2 km
Künettegraben
(369 m)
Plac zabaw
5,9 km
St. Markus
(367 m)
Miejsce kultu
9,9 km
Antonviertel
(366 m)
Sąsiedztwo
9,9 km
St. Anton
(367 m)
Miejsce kultu
10,3 km
Informacje o wycieczce

Der Weg führt vom Hauptbahnhof durch die Stadt, am Künettegraben und der Donau entlang, vorbei an Schauplätzen der Revolution von 1918/19.
Der folgende Text besteht aus der reinen Wegbeschreibung, sowie nummerierten Ausführungen zur Historie.

Technologia
1 / 6
Stan
2 / 6
Krajobraz
3 / 6
Doświadczenie
5 / 6
Dostępny przez cały rok
Sty
Lut
Mar
Kwi
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Autor
Dostarczone przez Quirin Fürbeck
Utworzono dnia 08. kwietnia 2021
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